Stadt & Handel :: urban, suburban, virtuell

Inhalt und Ziel des Studienprojektes

Das Studienprojekt soll von folgender These und den daraus resultierenden Veränderungen ausgehen und richtet sich an unterschiedliche Disziplinen resp. Lehrstühle, die in diesem Themenkomplex arbeiten:

In den nächsten Jahren wird sich der Umsatzanteil des E-Commerce auf 25% am Gesamtumsatz im Einzelhandel erhöhen.

Davon ausgehend sind bspw. weitere Trends bzw. Veränderungen verbunden:

  • Parallel zum Wachstum des E-Commerce vollzieht sich ein rasanter technologischer Fortschritt (z. B. in Bezug auf die Netzqualität/Netzgeschwindigkeit, die Qualität/Möglichkeiten der Endverbraucher-Geräte etc.).
  • Der Verkaufsflächenbedarf (je nach Branche und Betriebsform differenziert) wird sich verringern bzw. verändern, denn der E-Commerce ist nicht an zeitliche und räumliche Restriktionen gebunden. Das hat Auswirkungen auf die Entwicklungen der einzelnen Betriebsformen des Handels. Von Einzelhandelsgroßformaten wie Shopping Center bis zum individuellen Facheinzelhandel sind neue Lösungen, angepasst an das veränderte Kaufverhalten der Kunden, gefragt.
  • Die Finanzierung kommunaler Ausgaben über das Gewerbesteuersystem (in Deutschland) wird durch den E-Commerce unterwandert. Angepasste  Ansätze zur Besteuerung von Einzelhandelsumsätzen sind von Interesse.
  • Die raumwirksamen Transaktionskosten werden sich verringern, da bspw. die direkte Belieferung des Kunden durch den Hersteller, die Aussetzung einzelne Stufen der Distributionskette erzeugt. Im Güterverkehr wirken dagegen die ‚Atomisierung‘ der Sendungen und die Erhöhung der Lieferfrequenzen, hohe Retourenanteile sowie die derzeit uneffektive Abwicklung eher verstärkend auf das Verkehrsaufkommen sowie auf die Anpassungen von Logistikstrukturen (z. B. im Bereich der City-Logistik).
  • Die zunehmende Nutzung des Internets sowohl zwischen Unternehmen als auch zwischen Unternehmen und Kunden wird zahlreiche wirtschaftliche Transaktionen beschleunigen.
  • Die Geschäftsfläche wird zukünftig anderen Ansprüchen gerecht werden müssen. Möglicherweise entwickelt sich der Verkaufsraum zunehmend zur Ausstellungs- und Anschauungsfläche. Das stellt neue Anforderungen an die Gestaltung der Außen- und Innenarchitektur.
  • Zudem wird sich die Nutzung des Stadtraumes als Bühne für den Handel verändern. Die räumliche Inszenierung der urbanen Erfahrung im städtischen Kontext als Gegenpol zur digitalen Anwendung wird zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Welche Folgen wird das für die Städte haben – einerseits in den Stadtzentren durch sich verändernde Vertriebsformen sowie leerfallende Einzelhandelsimmobilien und andererseits am Rande der Städte durch sich verändernde Logistikstrukturen (Stichwort Last Mile Bereich).

Entwickeln Sie mit Ihren Studierenden dafür ein Zukunftsszenario! Setzen Sie in der Ausarbeitung eigene thematische Schwerpunkte.

Die Auswahl des entsprechenden Untersuchungsraumes bleibt dem jeweilig betreuenden Prof./Lehrstuhl überlassen.

Derzeit steht der Handel vor einem umfassenden Paradigmenwechsel. Nachdem sich der stationäre Einzelhandel in den vergangenen Jahren kontinuierlichen Strukturveränderungen gegenüber sah (z. B. in Bezug auf die Betriebsformen, die Distributionskette, das Marketing) stellt der E-Commerce eine revolutionäre Herausforderung dar.

Das Wissensnetzwerk plant für den Winter 2014 eine Tagung zur Frage: Wie wird der E-Commerce die Stadt verändern? Entsprechend der Zielstellung des Wissensnetzwerkes soll dadurch ein interdisziplinärer Wissensaustausch zu dieser aktuellen Frage angestoßen werden.

Um die wesentlichen Fragen nach zukünftigen Raumstrukturen, -mustern oder -typologien im Zusammenhang mit den Veränderungen im Handel fundiert beleuchten zu können, soll im Vorfeld der Tagung (im Sommersemester 2014) ein Studienprojekt durchgeführt werden. Die besten Ergebnisse werden auf der Tagung der Fachöffentlichkeit präsentiert und mit dieser diskutiert.

Als Start in das Studienprojekt ist eine gemeinsame Auftaktveranstaltung der teilnehmenden Lehrstühle und deren Studierendengruppen (2 Tage) für Anfang April 2014 geplant. Möglicher Veranstaltungsort könnten Räumlichkeiten der IBA Hamburg sein (in Planung).

Die Auftaktveranstaltung soll einerseits einer breiten Wissensvermittlung zum Thema E-Commerce und mögliche Veränderungen im Handel und in der Stadt dienen (Tag 1) und andererseits einen gemeinsamen inhaltlichen Austausch zwischen den Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen (Architektur, Städtebau, Stadtplanung, Betriebswirtschaft) anstoßen (Tag 2). Zudem ist ein Begleitprogramm geplant.

Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung ist die Arbeit an den jeweiligen Hochschulen im Rahmen des Sommersemesters 2014 vorgesehen.

Die besten Arbeiten werden im Rahmen der geplanten Jahrestagung des WSH präsentiert und diskutiert. Die Auswahl der Arbeiten erfolgt durch den jeweilig betreuenden Professor und in Rücksprache mit dem Wissensnetzwerk Stadt und Handel (bezüglich Anzahl und Einbettung in das Tagungsprogramm).

 

Teilnehmende Universitäten

Kontakt
Sollten Sie Fragen zu diesem Aufruf haben, können Sie sich gern an das Wissensnetzwerk Stadt und Handel wenden.
Derzeit mit der Organisation betrauter Vertreter:

Dr. Tanja Korzer

Universität Leipzig
Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft (ISB)
Tel: 0341 – 9733748

Mail:  korzer [at] wifa.uni-leipzig.de